Strasbourg

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Weinmesse Strasbourg  2017

Weinmesse Strasbourg 2017

Ja, wir waren da. Gleich am Freitag. Und mit uns Tausende von Weinfreunden.
Und wir fragen uns wie schon viele Jahre zuvor, wie lange deutsche Winzer/innen-Organisationen wie der VDP noch zuwarten wollen, um von den französischen Kollegen zu lernen, wie man 1. erfolgreich und mit begrenztem logistischen, personellen und finanziellem Aufwand Wein verkauft. Wie man 2. die in diesen Zeiten nicht mehr unumstößlich zum Kulturgut zählende Produktgruppe der alkoholischen Getränke zum Zentrum eines publikumswirksamen Events machen kann, und das 3. in einem Ambiente, das seit mindestens einem Dezennium irgendwo zwischen dem Charme von Vorstadt-Tristesse, Abrissbirne und EU-Glamour hin- und hereiert.

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Geschmack, Gehalt, geschnallt – Weinmesse Strasbourg 2015

Geschmack, Gehalt, geschnallt – Weinmesse Strasbourg 2015

Hier gilt es, drei Themen  auszubreiten: 1. Bericht über die jährliche Verkaufsmesse der Winzervereinigung Vignerons independants in Straßburg im Februar. Über ihr Webportal bieten die französischen Winzer nun auch den Online-Kauf vieler Weine von einer Reihe ihrer Mitgliedsbetriebe an. 2. Die Lieferung ins benachbarte Ausland ist auch im Europa des 21 Jahrhunderts nicht möglich. 3. Last but not least: Wir haben den letztjährigen Alkotest nach dem Messebesuch methodisch verfeinert und können von einem epochalen Ergebnis berichten. Da das erste Thema eher nachrichtlich-ernster & trockener Natur ist, das zweite – weil zum Weinen – schon etwas feuchter und das dritte Thema sich als flüssige Satirenummer entpuppt, nennen wir diese – wie wir behaupten – neue journalistische Stilform „Infodrainment“.

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Rückschau auf die Weinmesse 2014 in Strasbourg: Mit Nullkommanull Promille durch 60 Weine

Rückschau auf die Weinmesse 2014 in Strasbourg: Mit Nullkommanull Promille durch 60 Weine

Wow! Lag’s am fast schon frühlingshaften Wetter, dass der Appetit auf vergorene wie destillierte Traubensaftderivate derart starke Nachfrage generierte?
Ist die deutsch-französische Freundschaft womöglich endlich dort angekommen, wo sie tatsächlich verankert sein sollte – bei den Menschen beider Länder und nicht nur bei deren Politikern? Schließlich bieten beide Regierungen ihrem jeweiligen Souverain ein derart abschreckendes Trauerbild, dass der beherzte Griff zum Weinglas nicht nur als verständliches Kompensationsverhalten im Sinn des Schöntrinkens, sondern als medizinisch angezeigter antidepressiver Therapieversuch zu gelten hat.
Offen gesagt: wir wissen es nicht.

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Winzerliste der Straßburger Weinmesse

Winzerliste der Straßburger Weinmesse

Diesmal hat es wirklich lang gedauert, aber jetzt kann man endlich die Messe der französischen Vignerons Independants vernünftig vorbereiten. Der Plan der teilnehmenden Betriebe ist endlich verfügbar, Euer Besuch der Weinmesse Straßburg also planbar. Also, önologische Trüffelschweine und Schatzsucher, legt los.

Der hohe Zuspruch – gemessen an Clicks – zu diesem Thema zwingt uns fast dazu: Also bekommen die Themen zu dieser Messe einen der drei Header, damit ihr immer auf dem neuesten Stand der Dinge seid. Aus dem „Burner der Woche“ wird solange das „Weinmessegeflüster Strasbourg“.

Was wird zell-on-air.de liefern? Wir schauen uns die Teilnehmerliste an, konsultieren aktuelle Einkaufsführer und werden unsere Befunde hier mit Euch teilen. Nicht gleich jetzt (das lassen die Berufe nicht zu), aber noch bevor sich die Türen auf dem Wacken in Straßburg zum ersten Mal öffnen.

Neues vom Bäcker

Neues vom Bäcker

Wer früher (also sagen wir einmal vor 20 und mehr Jahren) den Plan hatte, in Straßburg oder sonstwo im Elsaß „schön“ essen zu gehen, der durfte sich mit einigem Recht auf ein kulinarisches Großerereignis, auf eine seeligmachende Weinstubenatmosphäre und im Idealfall sogar auf beides gleichzeitig freuen. Das ist heute leider (ganz) anders. Ich sag’s als frankophiler Mensch ungern, aber es ist meine durch viele Enttäuschungen genährte Erfahrung: Der Lack ist ab, die elsäßer Gastronomie ist aus meiner Sicht im kontinuierlichen Sinkflug – „Stationen des Glücks“, wie Gilles Pudlowski – sozusagen das gallische Pendant zu „unserem“ Wolfram Siebeck – sie vor zwei Jahrzehnten noch dutzendfach im Elsaß orten und uns uneingeschränkt empfehlen konnte, sind so rar geworden, dass wir bei unseren Elsaß-Weintouren oft genug für Tisch und Bett das Rheinufer wechseln, um dort – abseits der überkandidelten Sterne-Gastronomie bodenständige, ehrliche, innovative, gastfreundliche und überaus leckere (dabei noch bezahlbare) Küchen in einer Dichte entdecken, von denen unsere französische Nachbarn nur noch träumen können.

Ich hoffe inständig, dass einer meiner Freunde (Michel, ja, ich meine Dich), der in Sachen badischer Basis-Gastronomie so gut (und zwar evidenzbasiert, also aufgrund selbst gemachter Erfahrungen) bewandert ist, dass ich keine Bange hätte, ihm zu diesem Thema die Eine-Million-Euro-Frage zu stellen, uns irgendwann einmal die „Stationen des rechtsrheinischen Glücks“ im Badischen sowie im Markgräfler Land näher bringt.

Kein Zufall, sondern die im Februar stattfindende Winzermesse der Vignerons Indepandants führte uns 2012 nach Straßburg. Das Ereignis sei euch – sofern Ihr Wein mögt – dringend ans Herz gelegt. Eine bessere Fortbildung in Sachen französischer Weinkultur kenne ich schlicht nicht. Wer mehr darüber wissen möchte, lese etwa hier im Blog darüber. Da eine Übernachtung erforderlich war, musste für den ersten Abend auch ein Tisch gefunden werden. Und schon sind wir beim Thema.

Le Bistrot de Boulanger hat zwar noch keine eigene Website, aber es hat unserer sechsköpfigen teutonischen Weinmessenbesuchergruppe einen wirklich netten und wohlschmeckenden Abend beschert. Gefunden habe ich den Hinweis – klar, auf Gilles Pudlowskis Website. Das Interieur: Bistrot-adäquat mit elsäßischen Anklängen ohne in rot-weiß-karierte Storchen-Symbolik abzugleiten. Die Karte umfangreich für ein Bistrot, mit vielen Bistrot-Klassikern aber wenig Choucroute oder anderer Garniture alsacienne. Der Servive freundlich & flott. Und die offenbar gut geölte Küchenmaschinerie schaffte es selbst an unserem „schwierigen Tisch“ (2 Personen bestellten ein Drei-Gänge-Menü, vier Personen beschränkten sich auf die Hauptspeise à la carte – vier unterschiedliche Gerichte) alles auch vom Timing korrekt hinzubekommen – bei vollbesetztem Restaurant. Weinkarte im Umfang bistrot-angemessen reduziert, aber mit einigen Positionen besetzt, die weitab der „üblichen Verdächtigen“ angesiedelt sind. Ob der Faktor drei zwischen Einkauf und Verkauf von Weinen in Restaurants gerechtfertigt ist, das ist ein anderes Thema, dem ich mich ganz sicher später widmen werde.

Und wie war das Essen? Richtig lecker. Die Nüsse der Jakobsmuscheln auf Chicoré ebenso wie der Wildscheingulasch. Der Rinderschmortopf ein Gedicht, die im Ganzen gebratene, sorgsam gereinigte Kalbsniere ebenfalls ein klasse Bistrotessen. Was soll man drumrumreden: Es war für das Sextett ein gelungener Abend, an dem wir lecker in angenehmer Umgebung bei aufmerksamem Service gegessen haben. Extra-Pluspunkt: Alle Weine auf der Karte/Schiefertafel gab es nicht nur flaschenweise, sondern auch im Glas oder als Viertelliter-Karaffe.

Der Bäcker, der dieses Bistrot seit kurzem in Straßburg betreibt, ist längst eine Berühmtheit. Seine einladende Gaststube mehrt zweifelsohne seinen Ruf. Falls Ihr es ähnlich oder ganz anders erlebt, wären wir für eine Anmerkung dankbar, denn spätestens im Februar 2013 treibt es uns in Straßburg zur Weinmesse.

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