Digitaltechnik

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Kalender 2011: Magische Momente

Kalender 2011: Magische Momente

Bilder und Träume für ein ganzes Jahr

Digitalfotos landen doch sowieso in den unergründlichen Tiefen der Festplatte – Angucken tut sie eh niemand. So lautet ein gängiger Kritikpunkt an der Digitalfotografie. Mal abgesehen davon, dass mit Negativstreifen und Stapeln voller Abzüge zugemüllte Schuhkartons auf dem Dachboden auch nicht gerade der schnellen Betrachtung zugänglich sind, ist an der Kritik schon etwas dran.

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Alles, was ihr über Mindersbach wissen wollt, aber nie zu fragen gewagt habt

Alles, was ihr über Mindersbach wissen wollt, aber nie zu fragen gewagt habt

Ein kleiner Fliegenschiss (Im Schwäbischen heißt es viel schöner: Muggesäggele) ist unser Dorf auf der Karte. Eeine große Freude ist es für uns: das Dorf Mindersbach – ein Flecken, dessen Einzelgehöfte bereits 1005 erstmals urkundlich in einer Schenkungsurkunde erwähnt wurden (Die Schenkung scheint verbrieft zu sein; die Urkunde selbst ist eine Fälschung). Verwaltungsjuristisch korrekt ist unser Dorf seit 1971 der Ortsteil Mindersbach. Weil nämlich dank Gemeindereform Teil der großen Kreisstadt Nagold. Aber so kann das nur ein auf Verwaltungseffizienz bedachter Berufsbürokrat sehen.
Denn unser roundabout 500-Seelen-Dorf Mindersbach kann kein Teil der geographischen, 
sozialen, ökonomischen und kommunikationstechnischen Entität Nagold sein. 
Schließlich ist es – je nach verwendetem Adjektiv im vorhergehenden Satz – viele Kilometer, 
Megabit oder Terrassen (verzeiht den physikalischen Kalauer) von seinem gemeinde-
rechtlichen Zentralgestirn entfernt. Es existiert also praktisch in einer anderen Galaxis.

OK. Machen wir es kurz. Mindersbach – wir nennen es liebevoll und voller Hochachtung
Minibach – ist der Bringer. Menschen: absolut freundlich. Grundstückspreise: auf dem Teppich.
Nachbarschaft: bezaubernd, sehr sogar. Einer der örtlichen Vereine trägt denn auch den hübschen Namen Arbeitsgemeinschaft Schönes Dorf Mindersbach (AGSD).

Infrastruktur? Nun, im Tourismusprospekt der Region Nordschwarzwald würde stehen: vorhanden.
DSL-Bandbreite: könnte ehrlich gesagt ein ganzes Stück besser sein. Aber da das Dorf bereits im Jahr 1900 an die Schwarzwaldwasserversorgung und 1909 an das elektrische Leitungsnetz angeschlossen wurde, haben wir die Hoffnung, dass wir mit der 100-Jahr-Feier der Elektrifizierung eventuell auch noch eine breitbandige Verbindung zum Rest des 21. Jahrhunderts bekommen. Und – Brüder und Schwestern – es ist geschehen. Das Jahr 2011 könnte erneut ein annum werden, das ebenfalls in die Geschichte dieses Fleckens eingehern könnte: Mit städtischer und landesweiter Hilfe (Oh, du Baden-Württembergisches Ministerium des ländlichen Raumes, wir preisen dich) hat sich ein Investor gefunden, unser sowie zwei weitere Dörfer im nördlichen Orbit von Nagold glasfasertechnisch mit der Neuzeit zu verlinken. Also macht Euch auf was gefasst: Bandbreiten von bis zu 25 Mbit/s sollen bald ins und bis zu 1 Mbit aus dem Dorf rauschen. Minibach kann, will und wird ein unübersehbarer Knotenpunkt der globalisierten Kommunikation sein.

Aber jetzt das Wichtigste, neudeutsch die (um nicht zu sagen) the killerapplication: Hier in
dieser teils agrarisch intensiv genutzten (12 Haupt- und Nebenerwerbslandwirte/162 ha landwirtschaftliche Nutzfläche), teils forstlich naturnahen Ecke fühlen wir uns sauwohl.
Also, irgendwie wie die Sau. Und dann auch noch wie eine wohle.

Ihr glaubt uns nicht? Ja, damit haben wir gerechnet.
Wo doch in dieser Welt Lug und Trug regieren.

Auf der ganzen Welt? Ein klares Nein – was Minibach anbelangt.

Digital – Analog: 20:20

Digital – Analog: 20:20

Vor einigen Jahren sind endlich auch wir umgestiegen: von der guten alten Photographie – so richtig mit Diafilmen, Schwarzweiß-Negativen, Entwicklungslabor, Dunkelkammer, sowie Cibachrome, Ilford und Co übergelaufen zu den Digitalos.

Über die Segnungen dieses Konvertierens berichten wir ein andermal. Hier gilt es, einen Fundamentalirrtum zu belichten, dem wir zunächst unterlagen  und der seitdem  – je nach Vollständigkeit des mitgeführten Equipments – kiloschwer auf unseren Schultern lastet. Gemeint ist das Gewicht von Kamerabodies, Objektiven, Blitz, Stativ und anderem Geraffel.

Dabei sah im Laden alles so gut aus: Das Gehäuse der niegelnagelneuen Nikon D 80 war handlich, leicht und machte dennoch einen robusten Eindruck. Extra Motor für den schnellen Filmtransport? Der Verkäufer bekam einen Lachanfall. Was bitteschön soll ein Motor  in einer DSLR schon bewegen – die Elektronen im CCD-Chip? Wow – dachten wir. Weil wir mussten an unsere gute alte Canon F1n denken. Mit deren Ganzmetallgehäuse lassen sich zwar zur Not auch Zaunpfähle in den Boden rammen (was man beim Fotografieren eher selten braucht). Dafür wiegt der bildgebende Vorschlaghammer nebst Motordrive und Batteriepack (allein 12 Batterien AA-Größe) so gut und gerne 3,5 Kilo. Das D80-Gehäuse baumelt gerade einmal mit 687 Gramm entspannt an der Schulter.

Doch mit dem Objektiv, das der Verkäufer ins Bajonet einklinkte, toppte die Digi-Kombi erst recht: ein 18-200 mm Digi-Zoom, das wir  kurzerhand „Wollmilchsau“ nennen: Vom mittleren Weitwinkelbereich bis zum stattlichen Tele (aufgrund des Cropfaktors der DSLR im Kleinbild-Bereich vergleichbar einem Abbildungsbereich von 27 mm bis zum Dreihunderter) war die D80 mit der „Wollmilchsau“ für 98 Prozent aller Fotosituationen bestens gerüstet. Kampfgewicht: 1331 Gramm. Verglichen mit meinem heiß geliebten 35 mm (f:2), dem nie so recht geliebten 70-150er-Zoom (f:4,5) und der fantastischen 200mm-Festbrennweite (f:2,8) aus dem analogen Canon-Stall fühlte sich das so an, als würde ein Fliegengewichtsboxer einen Sumoringer wegputzen. Das Analog-Equipment bringt es nämlich auf das sechsfache Gewicht.

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Wahnsinn dachten wir – Freiheit für die Schultern. Nie wieder Verspannungen und Diclofenac! Nie wieder Diskussionen beim Check-in, wegen des Übergewichts beim Handgepäck!

_RAZ5705.jpgAber das dachten wir nicht lange. Was war geschehen? Nun, die D80-plus-Wollmilchsau-Kombi blieb nicht lang allein. Ein Weitwinkelzoom (12-24 mm) sollte die Möglichkeiten der Landschaftsfotografie erweitern. Ein 105er Makro musste her, weil wir die überragende Quali des analogen Minolta-Makro (100 mm f:3,5) – die Optik wurde seinerzeit von den Leitzianern in Wetzlar berechnet und auch gefertigt – mit seinen rattenscharfen, plastischen Abbildungseigenschaften bei der Wollmilchsau selbstredend vermissten. Und letztes Jahr kam dann noch ein 70-200 mm-Zoom (durchgehend f:2,8) hinzu, weil das Teil so gnadenlos gut ist, dass man sogar den neuen Nikon-Zweifachkonverter draufschrauben kann, ohne viel Quali zu verlieren. Dann hat man – wieder „übersetzt“ auf analoge Kleinbild-Verhältnisse eine 600er-Tüte mit Anfangsöffnung f:5,6 und das ganze mit einem unglaublich gut funktionierendem Bildstabilisator. Hammerhart sage ich Euch. Die Trefferquote in der Tierfotografie ist gegenüber meinen früheren Novoflex-Zeiten (Stichwort Schnellschussobjektiv) signifikant angestiegen. Auch ein zweites Gehäuse musste her. Auch, damit wir uns nicht ständig um die Verfügbarkeit der Kamera kabbeln müssen. Aber: Versucht doch mal ohne Hilfspersonal und freihändig, die klobigen Wechselobjektive einer DSLR zu wechseln, ohne eines davon auf dem (matschigen) Boden „zwischenzulagern“. Zu analogen Zeiten ging das erheblich einfacher. Die Konsequenz: Man denkt heute viel eher über ein weiteres Gehäuse nach – schon wegen der Gefahr, dass beim Objektivwechsel Staub und Dreck auf dem Tiefpassfilter hinterher Photoshop & Co. auf den Plan rufen.

Ihr ahnt  bereits, welch unausweichliches Fazit diese Geschichte hat. Machen wir’s also kurz: Im Duell analog gegen digital trennen sich die beiden Mannschaften am Ende mit einem handballtauglichen 20 : 20 (Kilo). Die Diskussionen am Check-in-Schalter gehen digital ebenso weiter wie das analoge Krafttraining in der Muckibude, um die Schultermuskulatur für die Digitaltechnik fit zu halten.

Firewall gegen unerwünschte Geschenke

Firewall gegen unerwünschte Geschenke

Schon seit geraumer Zeit nistete sich unserer beider Schädel das zunächst vage, mit der Zeit aber an Konturenschärfe gewinnende Gefühl ein, dass die Digitaltechnik im Allgemeinen, vor allem aber deren Auswirkungen für das menschliche Zusammensein auf diesem Planeten im Speziellen, die einzig wahre Errungenschaft des 20. Jahrhunderts ist und zum prägenden Element des 21. Jahrhunderts werden wird. Eine schlichte Meldung – sie ist beigefügt – liefert einen Beweis, der auch den letzten Skeptiker unter Euch zwingt, etwaige Bedenken gegen die Korrektheit dieser Einschätzung sofort, vollständig und für alle Zeit aus dem Hirn zu verbannen.

Die in der Meldung als Patentschrift erwähnte Idee einer „Firewall zum Schutz vor unerwünschten Geschenken“ könnte die Qualität des familiären Zusammenlebens auf nachhaltigere Art verbessern helfen als je eine Erfindung zuvor. Vor allem in der Weihnachtszeit, also jener Periode, die für das Empfangen und Aushändigen von Geschenken eindeutig am riskantesten ist.
Die kompromisslose Radikalität dieser Idee, unerwünschte Geschenke unmittelbar an der Wurzel des Übels ( also dem Ladengeschäft als dem Epizentrum des weihnachtlichen Geschenke-Erdbebens) zu verhindern, verdient aus unserer Sicht eine Nominierung für einen der kommenden Friedens-Nobelpreise.
Erfreut Euch also an dieser frohen Botschaft, so wie wir uns daran ergötzt haben.
Sollte Euch das spontane Gefühl überkommen, den Überbringern dieser wunderbaren Nachricht ein Geschenk zukommen zu lassen, bitten wir Euch, dieser Emotion bis zur vollständigen Implementation der oben bezeichneten amazon-Software zu widerstehen.

Ihr seht: Einem glücklichen Jahr 2011 steht nun gar nichts mehr entgegen. Euch allen einen guten Start, und Petra und ich hoffen sehr, dass www.zell-on-air.de im Frühjahr 2011 tatsächlich wieder „on air“ sein wird. Und zwar – wie sollte es anders sein: Schöner, besser, amüsanter und lebendiger. Die ersten Schritte dazu sind getan. Es heißt also: work in progress – oder treffender: roadworks ahead.

PS: Bei heftigem Schneefall Dachlasten berechnen!

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