Der Herbst bringt’s: Mindersbacher Farbsymphonie

Der Herbst bringt’s: Mindersbacher Farbsymphonie

Der Oktober befindet sich längst in der zweiten Halbzeit und wir dürfen bei frühsommerlichen Temperaturen das furiose Farbfinale der Natur rund um unser Dorf genießen. Die Bäume scheinen einen regelrechten Wettbewerb um die wärmste und aparteste Blätterfarbe auszurichten.

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Neues vom Bäcker

Neues vom Bäcker

Wer früher (also sagen wir einmal vor 20 und mehr Jahren) den Plan hatte, in Straßburg oder sonstwo im Elsaß „schön“ essen zu gehen, der durfte sich mit einigem Recht auf ein kulinarisches Großerereignis, auf eine seeligmachende Weinstubenatmosphäre und im Idealfall sogar auf beides gleichzeitig freuen. Das ist heute leider (ganz) anders. Ich sag’s als frankophiler Mensch ungern, aber es ist meine durch viele Enttäuschungen genährte Erfahrung: Der Lack ist ab, die elsäßer Gastronomie ist aus meiner Sicht im kontinuierlichen Sinkflug – „Stationen des Glücks“, wie Gilles Pudlowski – sozusagen das gallische Pendant zu „unserem“ Wolfram Siebeck – sie vor zwei Jahrzehnten noch dutzendfach im Elsaß orten und uns uneingeschränkt empfehlen konnte, sind so rar geworden, dass wir bei unseren Elsaß-Weintouren oft genug für Tisch und Bett das Rheinufer wechseln, um dort – abseits der überkandidelten Sterne-Gastronomie bodenständige, ehrliche, innovative, gastfreundliche und überaus leckere (dabei noch bezahlbare) Küchen in einer Dichte entdecken, von denen unsere französische Nachbarn nur noch träumen können.

Ich hoffe inständig, dass einer meiner Freunde (Michel, ja, ich meine Dich), der in Sachen badischer Basis-Gastronomie so gut (und zwar evidenzbasiert, also aufgrund selbst gemachter Erfahrungen) bewandert ist, dass ich keine Bange hätte, ihm zu diesem Thema die Eine-Million-Euro-Frage zu stellen, uns irgendwann einmal die „Stationen des rechtsrheinischen Glücks“ im Badischen sowie im Markgräfler Land näher bringt.

Kein Zufall, sondern die im Februar stattfindende Winzermesse der Vignerons Indepandants führte uns 2012 nach Straßburg. Das Ereignis sei euch – sofern Ihr Wein mögt – dringend ans Herz gelegt. Eine bessere Fortbildung in Sachen französischer Weinkultur kenne ich schlicht nicht. Wer mehr darüber wissen möchte, lese etwa hier im Blog darüber. Da eine Übernachtung erforderlich war, musste für den ersten Abend auch ein Tisch gefunden werden. Und schon sind wir beim Thema.

Le Bistrot de Boulanger hat zwar noch keine eigene Website, aber es hat unserer sechsköpfigen teutonischen Weinmessenbesuchergruppe einen wirklich netten und wohlschmeckenden Abend beschert. Gefunden habe ich den Hinweis – klar, auf Gilles Pudlowskis Website. Das Interieur: Bistrot-adäquat mit elsäßischen Anklängen ohne in rot-weiß-karierte Storchen-Symbolik abzugleiten. Die Karte umfangreich für ein Bistrot, mit vielen Bistrot-Klassikern aber wenig Choucroute oder anderer Garniture alsacienne. Der Servive freundlich & flott. Und die offenbar gut geölte Küchenmaschinerie schaffte es selbst an unserem „schwierigen Tisch“ (2 Personen bestellten ein Drei-Gänge-Menü, vier Personen beschränkten sich auf die Hauptspeise à la carte – vier unterschiedliche Gerichte) alles auch vom Timing korrekt hinzubekommen – bei vollbesetztem Restaurant. Weinkarte im Umfang bistrot-angemessen reduziert, aber mit einigen Positionen besetzt, die weitab der „üblichen Verdächtigen“ angesiedelt sind. Ob der Faktor drei zwischen Einkauf und Verkauf von Weinen in Restaurants gerechtfertigt ist, das ist ein anderes Thema, dem ich mich ganz sicher später widmen werde.

Und wie war das Essen? Richtig lecker. Die Nüsse der Jakobsmuscheln auf Chicoré ebenso wie der Wildscheingulasch. Der Rinderschmortopf ein Gedicht, die im Ganzen gebratene, sorgsam gereinigte Kalbsniere ebenfalls ein klasse Bistrotessen. Was soll man drumrumreden: Es war für das Sextett ein gelungener Abend, an dem wir lecker in angenehmer Umgebung bei aufmerksamem Service gegessen haben. Extra-Pluspunkt: Alle Weine auf der Karte/Schiefertafel gab es nicht nur flaschenweise, sondern auch im Glas oder als Viertelliter-Karaffe.

Der Bäcker, der dieses Bistrot seit kurzem in Straßburg betreibt, ist längst eine Berühmtheit. Seine einladende Gaststube mehrt zweifelsohne seinen Ruf. Falls Ihr es ähnlich oder ganz anders erlebt, wären wir für eine Anmerkung dankbar, denn spätestens im Februar 2013 treibt es uns in Straßburg zur Weinmesse.

Currywürste schlagen Nachos – umsatzsteuerlich

Currywürste schlagen Nachos – umsatzsteuerlich

Geht Euch das eigentlich auch so, dass Ihr Euch bei besonders abstrusen Texten, auf die Ihr stößt, schlichtweg weigern wollt, zu glauben, was da steht? So ging es mir vor einigen Monaten mit der Berichterstattung über zwei Urteile des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) zur umsatzsteuerlichen Behandlung von Currywürsten. Ich habe meine tiefen Zweifel hinsichtlich der Frage, ob in der EuGH-Kantine noch alle Tassen vollzählig in den Schränken sind, seinerzeit mit Hilfe einer Glosse „Sieben Prozent für Horst und die Currywürste „ auf dieser Plattform zu bekämpfen versucht. Ich dachte vor allem: Nach diesem Großwurf der ranghöchsten Europäischen Richter ist die Currywurst fiskaljuristisch zuzusagen verdaut. Aber nein, sie gärt im Dickdarmtrakt des Steuerrechts weiter,

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Sieben Prozent für Horst und die Currywürste

Sieben Prozent für Horst und die Currywürste

Man könnte sagen, es gehe um die Wurst. Aber das ist untertrieben, denn es geht um nichts weniger als um die Wurst der Würste, nämlich um die Currywurst. Deshalb, und nur deshalb, erlaube ich mir an dieser Stelle eine juristische Einlassung – was jeder, der meinen Werdegang, meine Interessen und meinen fachlichen Hintergrund kennt, als maßlose Anmaßung empfinden muss.

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Wutachschlucht: Groß ist relativ – aber absolut schön

Wutachschlucht: Groß ist relativ – aber absolut schön

Nordamerikaner haben den Grand Canyon, und – boy, oh boy – diese Millionen Jahre andauernde „Laubsägearbeit“ des Colorado River ist wirklich gigantisch. Unsere Nachbarn im Westen sind – es ist nunmal die Grande Nation – stolz auf ihren „Grand Canyon“, nämlich die Gorges du Verdon – immerhin Platz eins unter Europas Schluchten. Und der Stolz ist berechtigt. Oh, lalà, diese in das Karstgebirge gefräste, mehrere Hundert Meter tiefe, üppig bewaldete Rinne ist „très magnifique“. Beide Naturwunder durften wir schon aus der Nähe erleben und die Eindrücke davon haben sich  unauslöschlich in unsere Erinnerung eingegraben, wie die Flüsse in die Gesteinsmassive.

Doch „groß“ ist  relativ, und so verfügt auch Deutschland über einen größten Canyon – die Wutachschlucht im Südschwarzwald.

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