Unser Dorf

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Highland Games im Nagoldtal: Keltenfest auf der Landesgartenschau

Highland Games im Nagoldtal: Keltenfest auf der Landesgartenschau

Achtung, Mikrolokalpatriotismus ist bei diesem Beitrag nicht auszuschliessen. Wegen der Solarmannen aus unserem Dorf, und weil wir in Mindersbach wohnen. Und weil wir gerne hier wohnen. Und weil Mindersbach ein schöner Ort zum Leben unter tollen Nachbarn ist. OK, die Mindersbacher Solarmannen sind dieses Jahr auf den Schwäbischen Highland Games auf dem Landesgartenschaugelände im Nagolder Parkgelände „Kleb“ (nur) siebte Sieger geworden. Gar nicht schlecht, nicht wahr. Viertelfinalniveau.

Das Dumme nur: einen schlechteren als den siebten Platz hätte man lediglich durch Disqualifikation erreichen können. 

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Unser Dorf hat einen Local Hero

Unser Dorf hat einen Local Hero

Hoffentlich kennt Ihr den Film „Local Hero“, bei dem Bilder, Schauspieler, Soundtrack, Regie und Plot eine so wundervolle Allianz bilden, dass man als Zuschauer nach zirka eineinhalb Stunden gar nicht anders kann, als ein wenig glücklicher zu sein. Das sei vorausgeschickt, wenn ich Euch sage: Unser Heimatdorf Mindersbach hat verdientermaßen jetzt auch einen „Local Hero“, der mit einer kleinen Zeremonie während des herbstlichen Mostfestes geehrt wurde. Die Linde am neugestalteten Dorfplatz trägt nunmehr – für alle sichtbar – seinen Namen: die Hans-Köhler-Linde. Eindrücke vom Fest findet Ihr weiter unten in der Galerie. Die Bilder 7, 9, 10 und 11 zeigen Horst Köhler, die Fotos drum herum sind einfach Schnappschüsse von dem  kleinen dörflichen Fest, bei dem sich die Einwohnerschaft auf ein Glas frisch gepressten Saft von Birnen und Äpfeln von den umliegenden Streuobstwiesen trifft, dessen Herstellung wiederum (Bilder 3 und 4) gerade die Kinder im Dorf dafür entschädigt, dass die Erwachsenen (etwa Bild 2) „wieder einmal nur“ eine eine Hocketse abhalten. Die begleitende Musik ist dem Charakter des kleinen Festes angemessen – keinenfalls ein aufgesetztes, pseudofolkloristisches Tschingdarassabum, sondern ebenso authentisch und ernsthaft wie Saft und Most aus der Presse oder der Steckling (Zwiebelkuchen) aus dem dörflichen Steinbackofen: vorgetragen vom Liederkranz Mindersbach (Bilder 5 – 8 und 12, 13).

Was macht nun Hans Köhler zum „Local Hero“?. Der Mann hat vor 16 Jahren ein 480-Seiten starkes Buch veröffentlicht: Die „Familien- und Hausgeschichte Mindersbach“.

Während jeder/jede Hanswurst heutzutage den Jauch-Illner-Beckmann-Lanz-Marathon durchläuft, um das eigene mehr oder wenige dünne Elaborat ein paar hunderttausendmal mehr abzusetzen, hat sich Hans Köhler jahrelang mit „seinem“ Thema“ auseinandergesetzt, Archive durchstöbert, Bibliotheken durchforstet, nicht zuletzt mit den Dorfbewohnern gesprochen, um in jahrelanger Kleinarbeit dieses Buch zu erstellen. Es war – das behaupte ich jetzt einmal – nie als „Bestseller“ konzipiert und es barg zudem in seiner spröden Sprache kein Nobelpreis-Potenzial. Hans Köhlers Buch widmet sich schlicht der über sieben Jahrhunderte andauernden Besiedlungsgeschichte des Dorfes und verfolgt diese geradezu buchhalterisch genau bis in die Gegenwart (der 1900er-Jahre). Wer so etwas publiziert, möchte etwas mitteilen, auch wenn es nicht von www- (also angeblich weltweitem) Interesse ist. Wer so etwas verlegt, sichert sich Druckkostenzuschüsse und hofft nicht einmal im Entferntesten darauf, dass dieses Produkt etwas abwirft.

Für meine Frau und mich hat dieses Buch (wir lebten zum Erscheinungsdatum schon elf Jare in Mindersbach) etwas „abgeworfen“. Nämlich zunächst als wichtige Quelle, um etwas mehr Erdung zu diesem Dorf zu bekommen und heute, nach mehr als 27 jähriger Zugehörigkeit zu Mindersbach, um in Zeiten der GPS-Ortung die Heimat-Koordinaten herauszulesen.

 

Mindersbach für einen Augenblick

Mindersbach für einen Augenblick

und eine neue Galerie

Alles, was ihr über Mindersbach wissen wollt, aber nie zu fragen gewagt habt

Alles, was ihr über Mindersbach wissen wollt, aber nie zu fragen gewagt habt

Ein kleiner Fliegenschiss (Im Schwäbischen heißt es viel schöner: Muggesäggele) ist unser Dorf auf der Karte. Eeine große Freude ist es für uns: das Dorf Mindersbach – ein Flecken, dessen Einzelgehöfte bereits 1005 erstmals urkundlich in einer Schenkungsurkunde erwähnt wurden (Die Schenkung scheint verbrieft zu sein; die Urkunde selbst ist eine Fälschung). Verwaltungsjuristisch korrekt ist unser Dorf seit 1971 der Ortsteil Mindersbach. Weil nämlich dank Gemeindereform Teil der großen Kreisstadt Nagold. Aber so kann das nur ein auf Verwaltungseffizienz bedachter Berufsbürokrat sehen.
Denn unser roundabout 500-Seelen-Dorf Mindersbach kann kein Teil der geographischen, 
sozialen, ökonomischen und kommunikationstechnischen Entität Nagold sein. 
Schließlich ist es – je nach verwendetem Adjektiv im vorhergehenden Satz – viele Kilometer, 
Megabit oder Terrassen (verzeiht den physikalischen Kalauer) von seinem gemeinde-
rechtlichen Zentralgestirn entfernt. Es existiert also praktisch in einer anderen Galaxis.

OK. Machen wir es kurz. Mindersbach – wir nennen es liebevoll und voller Hochachtung
Minibach – ist der Bringer. Menschen: absolut freundlich. Grundstückspreise: auf dem Teppich.
Nachbarschaft: bezaubernd, sehr sogar. Einer der örtlichen Vereine trägt denn auch den hübschen Namen Arbeitsgemeinschaft Schönes Dorf Mindersbach (AGSD).

Infrastruktur? Nun, im Tourismusprospekt der Region Nordschwarzwald würde stehen: vorhanden.
DSL-Bandbreite: könnte ehrlich gesagt ein ganzes Stück besser sein. Aber da das Dorf bereits im Jahr 1900 an die Schwarzwaldwasserversorgung und 1909 an das elektrische Leitungsnetz angeschlossen wurde, haben wir die Hoffnung, dass wir mit der 100-Jahr-Feier der Elektrifizierung eventuell auch noch eine breitbandige Verbindung zum Rest des 21. Jahrhunderts bekommen. Und – Brüder und Schwestern – es ist geschehen. Das Jahr 2011 könnte erneut ein annum werden, das ebenfalls in die Geschichte dieses Fleckens eingehern könnte: Mit städtischer und landesweiter Hilfe (Oh, du Baden-Württembergisches Ministerium des ländlichen Raumes, wir preisen dich) hat sich ein Investor gefunden, unser sowie zwei weitere Dörfer im nördlichen Orbit von Nagold glasfasertechnisch mit der Neuzeit zu verlinken. Also macht Euch auf was gefasst: Bandbreiten von bis zu 25 Mbit/s sollen bald ins und bis zu 1 Mbit aus dem Dorf rauschen. Minibach kann, will und wird ein unübersehbarer Knotenpunkt der globalisierten Kommunikation sein.

Aber jetzt das Wichtigste, neudeutsch die (um nicht zu sagen) the killerapplication: Hier in
dieser teils agrarisch intensiv genutzten (12 Haupt- und Nebenerwerbslandwirte/162 ha landwirtschaftliche Nutzfläche), teils forstlich naturnahen Ecke fühlen wir uns sauwohl.
Also, irgendwie wie die Sau. Und dann auch noch wie eine wohle.

Ihr glaubt uns nicht? Ja, damit haben wir gerechnet.
Wo doch in dieser Welt Lug und Trug regieren.

Auf der ganzen Welt? Ein klares Nein – was Minibach anbelangt.

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