Laut & leise

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Joe Jackson „The Duke“ – Herzögliche Popmusik

Jazzer machen einfach die bessere Pop-Musik, habe ich einmal behauptet. Stimmt diese Behauptung, ist jetzt klar erwiesen: Joe Jackson ist ein Jazzmusiker. Nicht, weil er schon Platten mit eindeutigem Jazzbezug im Namen wie „Body and Soul“ oder  wie jetzt in der jüngsten Edition „The Duke“ herausgebracht hat, sondern weil diese aktuelle Hommage an Duke Ellingtons Musik die witzigste, gescheiteste, hippste und spielfreudigste popmusikalische Adaptation von 15 Preziosen aus Ellingtons Songbook ist, die ich kenne.

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Jazzopen Stuttgart 2012 – Konzertkultur braucht dringend einen Rettungsschirm

Über die allsommerlich in Stuttgart stattfindenden JazzOpen-Konzerte – zumindest, wie sie sich in den letzten Jahren programmatisch und atmosphärisch gaben – habe ich schon einigen Spott ausgeschüttet. So auch hier auf zell-on-air. Gestern (11.07.2012)  waren wir auf dem siebten Konzert des diesjährigen Festivals. Das Fazit: musikalisch traumhaft schön, die Location (Open air vor dem Mercedes-Benz-Museum) erstklassig, das Wetter trotz bedrohlich heraufziehender Gewitterwolken kreuzbrav. Doch das ganze Drumherum alptraumhaft. Der Untergang zwar nicht des gesamten Abendlands, aber zumindest der Konzertkultur steht vermutlich unmittelbar bevor. Aber der Reihe nach.

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Ein globales Musik-Museum mit freiem Eintritt

Ein globales Musik-Museum mit freiem Eintritt

Es gibt Momente, da erlebe ich bei meinen Surf-Abenteuern im Netz das wohlige und sogar ergreifende Gefühl, dass diese Vernetzungstechnik nicht nur dazu da ist, neue ökonomische Goldräusche und mediale Hypes auszulösen, sondern auch dazu beiträgt, mir als armem Erdenwurm Zugang zu Informationen/Erfahrungen/Erlebnissen zu ermöglichen, die mir sonst womöglich versperrt geblieben wären oder deren Zugriff so aufwendig gewesen wäre, dass ich vermutlich nicht die erforderliche Mühe hätte walten lassen.

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Eingewickelt, nicht eingelullt

Eingewickelt, nicht eingelullt

Alex Steinweiss ist im Juli 2011 gestorben. 94-jährig. Der Stuttgarter Zeitung war es immerhin einen Zwanzigzeiler-Nachruf wert, gekennzeichnet als  dpa-Agenturmeldung. Diese wiederum war die mehr schlecht als recht gekürzte Miniatur einer Story, die zwei Tage zuvor in der New York Times als Autorenbeitrag von Steven Heller erschien. Die dpa-Meldung war simpel abgekupfert, wie ich beim Lesen beider Texte ohne Textvergleichs-Software unschwer bemerkte, sozusagen gezuguttenbergt im Lande der Erfinders beweglicher Lettern. Soweit, so ungut.

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The Lost And Found: Gretchens Suche

The Lost And Found: Gretchens Suche

Keine Frage (wer mich kennt). Gretchen Parlato „macht“ eine neue Scheibe und die muss her. Ihr Gesang darauf ist so intonationssicher wie auf den zuvor produzierten Tonträgern; die vokalen Register zieht sie auf dieser Scheibe nicht. Stattdessen richtet sie sich in den Mittellagen ein und lotet diese aus, wie Frank Sinatra es zu seinen besten Zeiten nicht anders gemacht hat. Und nicht zu seinem Nachteil. Gretchen hingegen kann dabei scheitern. Nicht, weil es schlechter ist, was sie da singt. Es ist nur nicht so eingängig wie das Zeug von dem Crooner. Es ist straight jazz. Lounge-artig schon, aber halt mehr Jazz als artig.

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