Ladehemmung im Lamm im Kau von Tettnang

Ladehemmung im Lamm im Kau von Tettnang

Also, vor rund drei Monaten waren wir in diesem wunderbaren Tettnanger Landgasthaus „Lamm im Kau“ und schwebten auf Wolke Sieben, wie ihr in unserer ursprünglichen Rezension nachlesen könnt. Heuer im Mai 2011 waren wir wieder da. Die Irisblüte im Eriskircher Ried hatte uns hingetrieben.

Und, wie war’s?.

Ja eigentlich toll. Aber …Anders als im Februar konnten wir draußen an einem Tisch unter einer Kastanie sitzen. Das Essen (Vorspeisen: Spargelsalat, respektive Spanferkel-Presskopf) sowie die beiden Hauptgerichte (Maibock mit Kohlrabenschnitze und Spinatspätzle respektive gekümmelte Krustenbratenscheiben vom Schwein mit frischen Weißkrautsalat und einer Semmelnknödeln …, die sich in eine Biersauce tunken ließ), waren allesamt wieder obersuperlecker – wenn auch nicht von diesem entschlossenen Mut zum Würzen geprägt, der uns beim ersten Besuch so beeindruckt hatte. Aber.

Ja, dieser flinke, aufmerksame Service, der uns beim ersten Besuch so beeindruckt hatte, wies an diesem Abend offenbar eine Ladehemmung auf.

Woran lag’s? Wir wissen es nicht. Ehrlich. Der Service war personell gut „aufgestellt“. Es waren gefühlsstatistisch sogar weniger Gäste anwesend als beim letzten Besuch. Allein wir mussten 45 Minuten auf die Vorspeise und nach deren Abräumen (keine Frage, nur leere Teller, da, wie gesagt, lecker) weitere 45 Minuten auf das Hauptgericht warten.

Nun gut. Wir hatten nix mehr vor, sondern einfach nur Kohldampf. Und den schoben wir für unseren Geschmack ziemlich lang. Der Service begnügte sich mit Durchhalteparolen („Keine Angst, wir haben Sie nicht vergessen, das Essen kommt gleich ….“), aber wir mussten uns ziemlich lang an unserem Südtiroler St. Magdalener von Zimmer festhalten, bis es wieder etwas auf dem Teller gab. Der beim letzten Mal entsandte Gruß aus der Küche erreichte uns gar nicht.

Ist das nun schlimm?

Nein. Nicht wirklich. Unsere Vermutung ist, der limitierende Faktor war ein Engpass in der Küche. Und da muss ich als Schwabe halt sagen: „Immer schwätzen“. Wenn’s irgendwo klemmt, dann informiere den Kunden und er wird die Wartezeit ohne Murren akzeptieren. Garniere die Botschaft mit etwas „Drachenfutter“, und er wird sich gern an einen „perfekten Abend“ zurückerinnern.

Beides hat uns bei diesem Besuch im Lamm im Kau gefehlt. Schade, denn es hätte nicht viel dazu bedurft, diese „negativen Schwingungen“ gar nicht erst aufkommen zu lassen. Wie gesagt: Relativ entspannte Gäste an einem lauen Abend, an einem Tisch unter einer Kastanie, die einen sehr schönen Grünen Veltliner als Apéro im Glas haben, danach einen  wunderbar nussigen St. Magdalener-Roter zum Hauptgericht und – nach deutlich zu langer Wartezeit – leckere Speisen auf dem Teller.

Wir haben auch dieses Mal wieder im Landgasthof Vier Jahreszeiten in Dillmannshof (3,5 km vom Lamm im Kau entfernt) übernachtet. Es war wieder sehr schön und bot uns nach der angenehmen Nachtruhe dank Frühstück (lecker) ab 7:00 Uhr einen exzellenten Start zur Wanderung im Eriskircher Ried.

 

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