Wandern zu den Wintergästen – Im Eriskircher Ried

Wandern zu den Wintergästen – Im Eriskircher Ried

Machen wollten wir es schon lange, in die Tat haben wir es erst jetzt, im Februar 2011 umgesetzt – eine Wanderung zu den gefiederten Überwinterungsgästen am Bodensee. Das Eriskircher Ried – es erstreckt sich vom Osten Friedrichshafens bis nach Langenargen – erschien uns die geeignete Location dafür, weil es hier wenigstens ein paar zugängliche Stellen zum Seeufer gibt. Ihr könnt unsere Route gerne runterladen, um sie etwa in Google Earth zu verfolgen. Verlaufen kann sich allerdings wirklich niemand.

Track Eriskircher Ried

(645)

Wir starteten morgens am Naturschutzzentrum in Eriskirch (das alte Bahnhofsgebäude, sehr hübsch), wanderten zunächst zur Schussenmündung, dann via Strandbad bis zur letzten Aussichtsplattform kurz vor Friedrichshafen (Seedohle genannt). Und wir sind auf demselben Weg  zurück zum Ausgangspunkt gegangen, weil die weiter landeinwärts und parallel verlaufende Retourstrecke sehr nah an der Bahnlinie und der stark befahrenen B31 liegt. Insgesamt hat man bei dieser Variante 12 km auf „dem Tacho“. Zumindest zu dieser Zeit ist es mit Blick auf die Sichtverhältnisse/den Sonnenstand sinnvoll, die Route so wie hier vorgeschlagen zu gehen.

Aus Gesprächen mit anderen Beobachtern auf der Strecke lernten wir, dass wir exakt ein Wochenende zu spät kamen, denn mehrere Personen erzählten uns, vor einer Woche zirka 300 Singschwäne im Wasser vor der dritten Plattform („altes Standbad“) gesehen zu haben. Nun, wir waren zwar mit dem Zählen der beobachteten Singschwäne schneller fertig (an allen Stellen hatten wir so jeweils zirka ein Dutzend Individuen im Blick), aber es war trotzdem erstens eine schöne Wanderung durchs Ried und zweitens auch vogelkundlich für unsere Ansprüche ergiebig. Wir sahen außer den Singschwänen noch sehr schön Höckerschwan, Brandgans, Rostgans, Reiherente, Tafelente, Krickente, Blässhuhn, Großer Brachvogel, Silberreiher, Graureiher, Kormoran, Lachmöwe, Haubentaucher, Rabenkrähe, Schwanzmeise, Weidenmeise, Kohlmeise, Blaumeise, Misteldrossel, Wacholderdrossel, Grünspecht, Kleiber, Baumläufer. Ach, und dann auch noch die ersten Stare des Jahres.

Auf dem Nachhauseweg hatten wir nach diesem tollen Ausflug einen besonders schönen Abschluss: Abseits der B31n entdeckten wir zirka 50 rastende Graugänse in den Wiesen. Glück muss man eben haben. Und das hatten wir bei diesem Ausflug, der uns kulinarisch eine weitere Station des Glücks bescherte. Doch dieser „Treffer bei Tettnang“ ist eine andere Geschichte.

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