Ägypten brennt – öffentlich/rechtlich pennt

Also, ich hätte in meinen Jugendjahren (bis weit ins mittlere Alter hinein) nie gedacht, dass ich den Konservativen einmal recht geben müsste oder ihre Position sograr teile. Doch was habe ich mich in den letzten Tagen über die Ägypten-Berichterstattung von ard/ZDF aufgeregt – kein spontanes Reagieren auf Situationen, die wahrlich geschichtsträchtig sind, sondern programmatischer Nudelsalat wie immer. Keine Reporter, die unmittelbar vom Ort des Geschehens berichten, was abgeht, sondern Islamwissenschaftler von der Fachhochschule Ibbenbüren (ich weiß, diese Alma mater  gibt’s nicht. Aber die nehme ich hier als Beispiel, um keine Fachhochschule zu verleumden), die Dinge ins Mikrofon sagen, deren Bedeutungsgehalt ich auch nach fünf Jahren umfangreicher Recherche nicht realistisch einschätzen könnte. Währenddessen ein Blutbad auf der Straße – das Ägyptische Museum offenbar ein „Pick’s raus“-Markt für Kriminelle.

Es bleibt mir nicht erspart: hier der link zum FAZnet. Ja, die haben recht. Zumindest sehe ich das genauso.

Nachklapp: Lasst uns schauen, wie  die „Programmverantwortlichen“ der zumindest zur Hälfte von unseren Gebühren finanzierten (die andere Häfte sind Werbeeinnahmen, wie bei den „Privaten“)  Sendern erklären, weshalb es journalistischer Unfug und darüber hinaus Gebührenverschwendung gewesen wäre, einen nennenswerten Aufwand zu betreiben, das Engagement dieser Menschen in Ägypten im öffentlich-rechtlich organisierten Fernsehen mit derselben Sorgfalt zu dokumentieren wie die kulinarischen Künste unserer Fernsehköche.

In diesem Sinn: Lanz kocht. Aber ich koche auch. Und trotzdem gibt’s nix zum Essen.

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