Je oller, desto doller

Das Geständnis vorneweg: Je älter wir werden, desto breiter wird das Klangspektrum der Musik, die wir mögen. Ein Umstand, der unsere Freunde, denen wir gerne Musik ans Herz legen, auch schon einmal irritieren kann – dann nämlich, wenn wir ihnen etwas empfehlen, bei dessen Konsum sich die Ohren am liebsten zuklappen würden.

Klar, sagt der Zyniker, die Empfindlichkeit der Lauschmuschel, also das akustische Wahrnehmungsvermögen, wird im Alter schlechter. Die zerebrale Klangverarbeitung verlangsamt sich und die geschmackliche Differenzierungsfähigkeit leidet ohnehin im Alter. Kein Wunder, dass man immer mehr Musik toll findet, je älter man wird.

Schmarrn, sage ich Euch. Ich habe in meinem Leben so viel Musik gehört, dass ich mir zutraue, im Konzert jeden Patzer genauso schnell zu bemerken, wie der entsprechende Musiker dabei die Schnute verziehen kann.

Der wahre Grund ist ein anderer. Musik ist eine nonverbale Spielart von Kommunikation, die man genauso wie eine Sprache um so besser versteht, je intensiver man sie praktiziert – aktiv, das machen Musiker. Oder passiv, das machen wir beim Zuhören.

Wundert Euch also nicht, wenn Ihr in dieser Rubrik hin und wieder mal so richtig eins auf die Ohren bekommt.

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