Heizkissen gegen den Winterblues: Paula Morelenbaum – Telecoteco

Heizkissen gegen den Winterblues: Paula Morelenbaum – Telecoteco

Also das haben wir ja schon lange nicht mehr gehabt: weiße Weihnachten, Tiefkühltruhentemperaturen bis minus 18 Grad sowie kummulierte Schneehöhen von mehr als 100 cm. Wer so wie ich zum cryophoben und solarophilen Teil der Menschheit zählt, denkt in solchen Tagen fast chronisch ans Auswandern.

Doch gut, wenn man Freunde hat. Besser noch solche, die einen ab und zu auf Musik aufmerksam machen, die ihnen gefallen hat. Ein solcher Tipp führte mich also dieser Tage zu der CD Telecoteco von Paula Morelenbaum. Die Morelenbaums gelten in Brasilien als exzellenter Musiker-Clan und sowohl Paula als auch Ihr Mann Jacques haben lange Zeit mit Antonio Carlos Jobim musiziert, einem aus meiner Sicht  musikalischen Genie der Mozart-Klasse.

13 Takes mit 51 Minuten Spieldauer reihen sich auf Telecoteco aneinander und der musikalische Strom aus den Lautsprechern wirkt wie die wohlige Wärme  eines Heizkissens gegen den Winterblues. Das Cover wirkt ein wenig „retro“ – die Musik bisweilen auch. Das liegt zweifellos an den Klassikern auf der Playlist. Aber es finden sich auch moderne Stilelemente, wenn zum Beispiel der Dancefloor geschrubbt wird oder der Programmierer seine Gurgel-Loops unter die phantastisch gut aufgelegte Rhythmus-Fraktion der Begleitband drunterschiebt. Das hat was und macht mindestens so glücklich wie eine reife Mango frisch vom Baum.

Eine Musik mehr für den Bauch als den Kopf? Meinetwegen, aber dann versucht mal das ostinate Percussionmuster unter dem Viervierteltakt von „O Samba e o Tango“ auf zwei Hölzern mitzuschlagen. Da bekommt das Hirnstüberl ordentlich was zu arbeiten.

Mir ist die CD für eine Vier-Sterne-Wertung gut.

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